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Ökologisch verträgliche Energiepflanzen in Plech

Der Bestand der Becherpflanze nimmt auf den landwirtschaftlichen Flächen in der Bioenergieregion seit einigen Wochen deutlich zu. Auslöser hierfür ist u.A. ein von der Bioenergieregion Bayreuth initiierter Feldversuch zu den ökologisch verträglichen Energiepflanzen.

Auch Günter Kalb aus Plech baut im Rahmen dieses Feldversuches die Durchwachsene Silphie in diesem Jahr erstmals auf seinem Acker am Ortsrand von Plech an. Auf einer Fläche von ca. 0,5 ha erfolgte Anfang Juli die Ausbringung der ersten 7.500 Pflanzen. Aufgrund einer heißen Trockenperiode während dieser Zeit, mussten die Silphie-Pflanzen, auch aufgrund ihrer Morphologie unter dem Namen Becherpflanze bekannt, unter großem Zeitaufwand jeden zweiten Tag mit 1400 l Wasser gegossen werden. Bei der Begutachtung des Feldes durch die Bioenergieregion Mitte August waren die jungen Pflanzen mit einer Wuchshöhe von etwa 10cm schon deutlich zu erkennen.

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Landwirt Günter Kalb (links) und Imker Claus Raab auf ihrem Silphie-Feld

Unterstützt wird Herr Kalb bei seinem Pilotprojekt von dem ebenfalls aus Plech stammenden Imker Claus Raab, der im Frühjahr 2013 aus selbstgeernteten Samen um die 21.600 Becherpflanzen groß zog. Diese wurden überwiegend im leeren Kuhstall von Herrn Kalb zur Weiterentwicklung aufgestellt. Der Kuhstall eignete sich jedoch nicht als der ideale Ort für die Anzucht, da es dort an Licht und Wärme mangelte. Die Anzucht der Sprösslinge erfolgte deshalb auf einem umgebauten Ladewagen, der optimale Bedingungen für die Pflanzen liefern konnte. Eine Direktsaat wird nach heutigem Stand der Technik nicht empfohlen, da die Jungpflanzen noch nicht konkurrenzstark genug gegen Unkräuter sind.

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Eine junge Silphie-Pflanze

Herr Raab sieht in der Becherpflanze eine potentielle Alternative zu anderen Energiepflanzen wie z.B. dem Mais. Zumal die Becherpflanze ähnliche Erträge wie der Mais liefert, dabei aber wesentlich weniger Pflanzenschutzmittel benötigt und besser an Trockenstandorte angepasst ist. Ein weiterer Vorteil dieser Dauerkulturen liegt darin, dass Sie nur einmal angepflanzt bzw. ausgesät werden müssen und dann über Jahre hinweg nachwachsen. Außer im Pflanzjahr sind keine Bodenbearbeitung und kein Pflegeaufwand nötig, was den Boden schont. Das tiefe Wurzelsystem begünstigt die Nährstoffaufnahme. Dadurch wird das Grundwasser weniger durch Nitrat belastet. Die Kulturen stabilisieren das Bodengefüge, verringern die Bodenerosion und verbessern die Humusbilanz. Sie sind frosthart und werden nicht von Wildschweinen verbissen. Herr Raab betont außerdem, dass die Durchwachsene Silphie sich hervorragend als Nahrungsquelle für Bienen eigne, da jede Blüte am Tag 0,35 Milligramm Nektar produziere, was einen Honigertrag von etwa 150 kg je Hektar entspricht. Der Anbau der Becherpflanze trägt außerdem zum Erhalt der Biodiversität bei. Herr Kalb plant in den nächsten Tagen weitere Pflanzungen der Durchwachsenen Silphie auf seinem Feld.

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Bienen lieben den Nektar der Becherpflanze