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Feldversuch ausgeweitet  


Versuchsparzellen-Becherpflanze
Die Bioenergieregion Bayreuth konnte mit Unterstützung der Landwirtschaftlichen Lehranstalten ihren Feldversuch zum Anbau der Becherpflanze (Silphium perfoliatum) ausweiten. Im Mittelpunkt steht dabei die Erprobung neuer Verfahren zur Unkrautbekämpfung.  Hierzu wurden in Bayreuth neue Parzellen auf dem Energiepflanzen-Informations- und Demonstrationszentrum des Freistaates Bayern angelegt.  

Das Infozentrum liegt auf dem Gelände der Landwirtschaftlichen Lehranstalten des Bezirkes Oberfranken. Tausende von Becherpflanzen haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Lehranstalten bereits ausgebracht. In der vergangenen Woche kamen unter tatkräftiger Mithilfe der Universität Bayreuth weitere hinzu, die mit Hilfe einer speziellen Pflanzmaschine gepflanzt wurden.

Aufbauend auf die in der Region vorhandenen Erfahrungen beim Anbau der Becherpflanze startete die Bioenergieregion Bayreuth im vergangenen Jahr einen Feldversuch mit Energiepflanzen-Dauerkulturen. Bei einem ersten Informationsaustausch haben die daran beteiligten Landwirte betont, dass es beim Anbau dieser neuen Kulturen noch zu wenige Erfahrungen mit effektiver und umweltverträglicher Unkrautbekämpfung gebe. Hier schaffen die Lehranstalten nun Abhilfe: Auf den neuen Parzellen werden verschiedene Techniken erprobt und das Know-How an die Landwirtschaft weitergegeben. So werden unter anderem Striegel und Hacke als Varianten zur Unkrautbekämpfung genauso herangezogen, wie die Untersaat von Kleegras oder die Einbringung von Mulch aus Hackschnitzeln oder Stroh. 

Neben dem Setzen der von Dr. Pedro Gerstberger vom Lehrstuhl für Pflanzenökologie der Universität Bayreuth gezüchteten Becherpflanzen-Sämlinge wurde erstmals auch die Ausbringung von Saatgut erprobt. Die Ergebnisse des Feldversuchs sind gerade für Landwirte mit Biogasanlagen von großer Bedeutung und fließen in das Informations- und Demonstrationszentrum Energiepflanzen des Freistaates Bayern ein, das vergangenes Jahr auf dem Gelände der Landwirtschaftlichen Lehranstalten eingerichtet wurde.  

Hintergrund:

In der Bioenergieregion Bayreuth arbeiten 53 Biogasanlagen mit insgesamt 12.000 kW elektrischer Leistung. Hierfür werden in einzelnen Gemeinden bereits bis zu 35 % der Ackerfläche für den Anbau von Energiepflanzen benötigt (Durchschnitt der Region: acht Prozent). Dies kann vor Ort zu Akzeptanzproblemen („Vermaisung“), zu Konflikten mit Naturschützern („Artenvielfalt“, „Erosionsgefahr“) und zu ethischen Bedenken („Teller oder Tank“) führen.  Eine Möglichkeit, diese Konflikte zu entschärfen, ist der Einsatz solcher Energiepflanzen, die wenig erosionsgefährdend sind, nicht von Wildschweinen verbissen werden und zur Artenvielfalt in der Kulturlandschaft beitragen. Hierzu eignen sich vor allem Dauerkulturen. In der Bioenergieregion Bayreuth werden seit 2009 über ein Forschungsprojekt der Universität Bayreuth (Lehrstuhl Pflanzenökologie) verschiedene Energiepflanzen-Dauerkulturen auf Versuchsflächen der Landwirtschaftlichen Lehranstalten des Bezirkes Oberfranken angebaut. Ziel ist, ökologisch verträgliche und gleichzeitig wirtschaftlich attraktive Energiepflanzen zu identifizieren. Dabei zeigte insbesondere Silphium perfoliatum gute Ergebnisse. Mit dem Feldversuch erfolgt nun der  Schritt von der Wissenschaft in die Praxis.  

Weitere Informationen unter
Homepage der Landwirtschaftlichen Lehranstalten des Bezirkes Oberfranken
und
Neue ökologische Energiepflanzen (Eigenes Internetangebot)