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Nordbayerische Partner aus Wissenschaft und Wirtschaft gründen neues Kompetenznetzwerk

30 Teilnehmer aus Wissenschaft und Wirtschaft haben Ende 2012 am Gründungstreffen des Kompetenznetzwerks Biogas Nordbayern an der Universität Bayreuth teilgenommen. Um Forschung und Entwicklung auf dem Gebiet der Biogas-Technologien mit Nachdruck voranzubringen, wollen künftig die Universität Bayreuth, die Hochschulen in Coburg, Hof und Amberg-Weiden, die Bayerische Forschungsallianz, die Bayerische Forschungsstiftung, die Bioenergieregion Bayreuth, nordbayerische Biogasanlagenbauer und -betreiber sowie weitere Partner kooperieren.

BiogasNetzwerk-Gruppenfoto
30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Wissenschaft und Wirtschaft waren Ende 2012 zum Gründungstreffen des Kompetenznetzwerks Biogas Nordbayern gekommen.

 

Ein TAO-Projekt

Mit dem Ziel, ihre themenbezogene Zusammenarbeit in Forschung und Lehre zu stärken, haben sich die Universitäten Bayreuth und Bamberg sowie die Hochschulen für angewandte Wissenschaften Coburg und Hof vor mehr als einem Jahr zur TechnologieAllianzOberfranken (TAO) zusammengeschlossen. Dabei wurden als inhaltliche Schwerpunkte im Bereich der Forschung die Themenfelder „Energie“ und „Mobilität“ sowie die Querschnittstechnologien „Werkstoffe“ und „Informationstechnologie / Sensorik“ ausgewählt.
 

Biogasanlagen schließen Versorgungslücken

Diese Rahmenvereinbarung, die auch die Bedeutung des Wissenstransfers zwischen Wissenschaft und Wirtschaft betont, gewinnt jetzt durch das neue Kompetenznetzwerk weiter an Dynamik. Denn wenn künftig ein steigender Anteil an der Energieversorgung durch erneuerbare Energien abgedeckt werden soll, sind Biogasanlagen eine unverzichtbare Technologie. Im Unterschied zu fossilen Brennstoffen wird Biogas durch den mikrobiellen Abbau organischer –also pflanzlicher oder tierischer – Stoffe gewonnen. Es kann nach einer entsprechenden Aufbereitung in das Erdgasnetz eingespeist werden, um beispielsweise vorübergehende Versorgunglücken auszugleichen; es kann aber auch in Blockheizkraftwerken zur Erzeugung von Wärme und Energie genutzt werden.

Viele offenen Fragen - Kompetenznetzwerk arbeitet an Antworten


Zahlreiche technologische, wirtschaftliche und ökologische Fragen sind aber bis heute nicht zureichend geklärt. Deshalb hat das Zentrum für Energietechnik (ZET) an der Universität Bayreuth unter der Leitung von Prof. Dr.-Ing. Dieter Brüggemann die Initiative zu dem neuen Kompetenznetzwerk ergriffen. Die Mitglieder aus Wissenschaft und Wirtschaft wollen ihr Know-how nutzen, um die Potenziale der Biogastechnologie weiter auszuloten und Innovationen auf den Weg bringen. „Diese Initiative macht deutlich, wie sehr die Partner der TechnologieAllianzOberfranken daran interessiert sind, ihre vereinbarte Zusammenarbeit mit Leben zu füllen,“ erklärt Dipl.-Ing. Iris Hetz, die an der Universität Bayreuth die Geschäftsstelle von TAO leitet. „Die Weiterentwicklung der Biogastechnologie hat einen nicht zu unterschätzenden Anteil am Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland, und es freut mich sehr, dass unser neues Netzwerk dazu einen Beitrag leisten wird. Die Vielfalt der Kompetenzen, die hier in Oberfranken angesiedelt, ist beeindruckend. Indem sich auch die Hochschule Amberg-Weiden in diesem Verbund engagiert, öffnet sich TAO – wie es bereits die Rahmenvereinbarung vorsieht – für die themenspezifische Zusammenarbeit mit anderen bayerischen Hochschulen.“

Die Bereiche mit Forschungsbedarf


Die Teilnehmer des Gründungstreffens identifizierten folgende Bereiche, in denen ein besonders hoher Bedarf an anwendungsnahen Forschungen zur Biogastechnologie besteht: Stoffströme, Gärbiologie, Substrate, Metabolit-Analytik, Verfahrenstechnik, Prozesstechnik und Anlagentechnik. „Die systematische Vernetzung unserer Kompetenzen bietet uns jetzt die Chance, in einigen noch offenen – und deshalb umso dringlicheren – Fragen Klarheit zu gewinnen und praxistaugliche Lösungen zu entwickeln“, meint Prof. Dr. Ruth Freitag, die an der Universität Bayreuth den Lehrstuhl für Bioprozesstechnik innehat und auf diesem Gebiet im ZET mitarbeitet. „Schon heute zeichnet sich ab, dass Biogas eine erneuerbare Ressource ist, die eine bedeutende Rolle bei einer dezentral organisierten Energieversorgung in ländlichen Räumen übernehmen kann.“

Netzwerk entspricht den Zielen der Bioenergieregion Bayreuth


Auf diese Weise ergänzt sich das Kompetenznetzwerk mit den Zielen der Bioenergieregion Bayreuth, die seit 2009 vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz gefördert wird. Mit dem anspruchsvollen Vorhaben einer Bioabfallvergärungsanlage und zehn weiteren Fachprojekten soll die Erzeugung und Nutzung von Bioenergie in der Region Bayreuth vorangebracht werden. Bernd Rothammel, Projektleiter der Bioenergieregion, begrüßt daher den neuen Zusammenschluss im Bereich der Biogastechnologie: „Das ist eine hervorragende Chance, um unser Profil als Pilotregion für erneuerbare Energien weiter zu stärken.“