Regionalmanagement
Stadt und Landkreis
Bayreuth
Markgrafenallee 5
95448 Bayreuth
Tel: 09 21 - 72 81 59
oder 09 21 - 25 10 01
info@region-bayreuth.de
Home » Aktuell »
Landwirte starten Feldversuch mit Öko-Energiepflanzen

Energiepflanzenanbau kann auch umweltverträglich sein. Dies soll ein Feldversuch zeigen, für den Landwirte, Gärtner und Pflanzenbauexperten am 11.3.2013 den Startschuss gaben. Die neuen Pflanzen wirken sich positiv auf Artenvielfalt und Bodenfruchtbarkeit aus und können eine wirtschaftlich lohnenswerte Alternative zum weit verbreiteten Maisanbau sein. Der Feldversuch wird von der Bioenergieregion Bayreuth unterstützt und koordiniert.

Gruppenfoto_Dauerkulturen

Startschuss für ökologische Energiepflanzen: Mit Unterstützung der Bioenergieregion Bayreuth beginnen regionale Landwirte einen Feldversuch mit Dauerkulturen. Im Bild die Landwirte mit den Initiatoren und Pflanzenbauexperten.

Für den Anbau von Energiepflanzen werden in einzelnen Gemeinden der Bioenergieregion Bayreuth bereits bis zu 35 % der Ackerfläche benötigt (Durchschnitt: sieben Prozent). Auch wenn man in der Region noch nicht von einer „Vermaisungs-Problematik“ sprechen kann, gilt es doch, Alternativen zum Mais aufzuzeigen und Energiepflanzen zu fördern, die wenig erosionsgefährdet sind und zur Artenvielfalt in der Kulturlandschaft beitragen. Hierzu eignen sich vor allem Dauerkulturen.

In der Bioenergieregion Bayreuth werden seit 2009 über ein Forschungsprojekt der Universität Bayreuth (Lehrstuhl Pflanzenökologie) verschiedene Energiepflanzen-Dauerkulturen auf Versuchsflächen angebaut. Ziel ist es, ökologisch verträgliche und gleichzeitig wirtschaftlich attraktive Energiepflanzen zu identifizieren. Dabei zeigte insbesondere die Becherpflanze (Silphium perfoliatum) gute Ergebnisse. Aber auch eine spezielle Wildpflanzenmischung eignet sich als umweltverträgliche Energiepflanzen-Dauerkultur.

Der Vorteil dieser Dauerkulturen liegt darin, dass Sie nur einmal angepflanzt bzw. ausgesät werden müssen und dann über Jahre hinweg nachwachsen. Außer im Pflanzjahr ist keine Bodenbearbeitung und kein Pflegeaufwand nötig, was den Boden schont. Das tiefe Wurzelsystem begünstigt die Nährstoffaufnahme. Dadurch wird das Grundwasser weniger durch Nitrat belastet. Die Kulturen stabilisieren das Bodengefüge, verringern die Bodenerosion und verbessern die Humusbilanz. Sie sind frosthart und werden nicht von Wildschweinen verbissen. Sie erhöhen die Artenvielfalt und bieten Bienen im Sommer eine Nektarquelle.

Der Feldversuch erstreckt sich auf acht landwirtschaftliche Praxisflächen. Mit dem Anbau wird im Lauf des Jahres 2013 begonnen. Die Landwirte protokollieren für den Feldversuch alle Bearbeitungsschritte und bestimmen den jeweiligen Ernteertrag. Die Ergebnisse werden vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Bayreuth ausgewertet und auf der Website der Bioenergieregion veröffentlicht. Durch begleitende Öffentlichkeitsarbeit und Informationsveranstaltungen sollen weitere Landwirte zum Anbau von Dauerkulturen gewonnen werden.

Partner

Das Projekt wird fachlich begleitet vom Lehrstuhl Pflanzenökologie der Universität Bayreuth, dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Bayreuth, der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe, dem Technologie- und Transferzentrum in Straubing, der Geoteam Bayreuth Gesellschaft für Angewandte Geoökologie und Umweltschutz, dem Maschinenring Bayreuth-Pegnitz und dem Landschaftspflegeverband Weidenberg.

Die Finanzierung des Feldversuchs erfolgt über Mittel der Bioenergieregion Bayreuth sowie des Bundeslandwirtschaftsministeriums, des Amtes für Ländliche Entwicklung Oberfranken, des Wirtschaftsbandes A9 Fränkische Schweiz, der Entwicklungsgesellschaft Rund um die Neubürg Fränkische Schweiz, der ILE Frankenpfalz im Fichtelgebirge, des Bayerischen Jagdverbandes (Wildland-Stiftung) sowie des Zweckverbandes Juragruppe Wasserversorgung.