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Fachprojekt03

Kulissenplan Bioenergie – Energie | Nahrung | Natur

Ausgangssituation

Das Fachvorhaben der Bioenergieregion Bayreuth Kulissenplan Bioenergie – Energie | Nahrung | Natur hat in der ersten Förderphase Wege aufgezeigt, wie Konflikte zwischen der Bioenergieerzeugung, der Nahrungsmittelproduktion und dem Natur- und Umweltschutz entschärft werden können. Gemeindespezifische Kulissenpläne zeigen dabei für sechs Modellkommunen verschiedene Vermittlungsansätze auf, die sich aus einer naturräumlichen Potenzialanalyse ergeben. Die fertigen Kulissenpläne können hier heruntergeladen werden. Aufgebaut ist der Kulissenplan aus drei aufeinander aufbauenden Modulen:

  • Eine für die Kommunen spezifische Potenzialanalyse Bioenergie
  • Abstimmungsprozess auf Expertenebene und auf kommunaler Ebene
  • Umsetzung von ausgewählten Modellprojekten.

Projektgebiet_Kulissenplan

Übersicht über das Projektgebiet








Potenzialanalyse

Die Potenzialanalyse wurde mit folgenden Inhalten für die beteiligten Kommunen erstellt und in Text und Karten dargestellt:
  • Es wurden die Rahmenbedingungen des Anbaus von Biomasse zur Energieproduktion aufgezeigt und untersucht, wie sich dieser mit Zielen des Umwelt- und Naturschutzes verknüpfen lässt.
  • Es wurden die Reststoffe (Material aus der Pflege der öffentlichen Grünflächen und Material aus der Landschaftspflege) betrachtet, die auf kommunaler Ebene anfallen oder gesammelt werden.
  • Es wurde der Bestand an Bioenergieanlagen betrachtet und das Potenzial zur Nahwärmenutzung untersucht.
Abstimmungsprozess

Aus der Potenzialanalyse wurden für die einzelnen Kommunen Handlungsfelder im Bereich der Bioenergie abgeleitet, die sowohl die Ansprüche einer effizienten Biomasseerzeugung als auch die Anforderungen eines nachhaltigen Umwelt- und Naturschutzes berücksichtigen. Diese Handlungsfelder wurden sowohl auf Expertenebene in Werkstattgesprächen als auch in Runden Tischen auf kommunaler Ebene diskutiert.
Im Rahmen der „Runden Tische Bioenergie“ diskutierten in den einzelnen Kommunen Bioenergieanlagenbetreiber, lokale Vertreter aus der Land- und Forstwirtschaft, aus dem Naturschutz und Vertreter der Stadt und Gemeinderäte sowie der kommunalen Verwaltungen die Handlungsfelder.


Modellprojekte

Aus den im Abstimmungsprozess erarbeiteten Handlungsfeldern wurden Modellprojekte abgeleitet, zu denen in den Kulissenplankommunen erste Umsetzungsschritte eingeleitet wurden: 
  • Das Ziel des ersten Modellprojektes ist die Verknüpfung der Substratproduktion für Bioenergieanlagen mit Zielen aus dem Natur- und Umweltschutz. Dazu wurden die Landwirte aus der Region im Rahmen von Informationsveranstaltungen über Pflanzen informiert, die für die Verwertung in Biogasanlagen geeignet sind und Vorteile gegenüber konventioneller Substratherstellung im Bereich Boden- und Wasserschutz aufweisen sowie Lebensraum für Flora und Fauna der Feldflur und eine Aufwertung des Landschaftsbildes bieten.
  • Das zweite Modellprojekt hat die Steigerung der energetischen Verwertung von Heckenpflegematerial zum Ziel. Für eine gezielte Heckenpflege wird dazu in einer Kommune eine Zusammenarbeit mit den örtlichen Jagdgenossenschaften initiiert. Damit können zum einen die Arbeitskräfte in der Kommune effektiver in der Heckenpflege eingesetzt werden und zum anderen kann auch eine bessere Koordination mit Heizwerkbetreibern ermöglicht werden.

Wie die Gespräche in jenen Gemeinden zeigten, in welchen von der Bioenergieregion Kulissenpläne-Bioenergie erstellt und diskutiert wurden, wünschen Kommunen und Landwirte gleichermaßen Lösungen zur Verminderung der Flächenkonkurrenz. Deshalb sollen in der zweiten Projektphase v. a. auch Wasserschutzgebiete auf ihre Eignung als Standort für Energiepflanzendauerkulturen untersucht werden. Das bisher in einer Kommune angelaufene Modellprojekt zur Steigerung der energetischen Verwertung von Heckenpflegematerial soll regional auf weitere Kommunen und stofflich auf die Verwertung von krautigem Landschaftspflegematerial ausgeweitet werden.



Projektbeschreibung

Das Projekt stellt eine regionale Erweiterung des bereits in der ersten Phase durchgeführten Fachvorhabens "Kulissenplan Bioenergie-Energie - Nahrung - Natur" von sechs auf sieben (bis maximal zehn Kommunen) innerhalb der Bioenergieregion Bayreuth dar und soll gleichzeitig Bioenergiepotenziale der Kulissenplan-Kommunen in Rahmen von Modellprojekten erschließen.
 
Somit umfasst das Projekt zwei Teilprojekte:

 

  • Erstellung von „Kulissenplänen Bioenergie – Energie I Nahrung I Natur“ für die die Gemeinde Prebitz und ggf. die Verwaltungsgemeinschaft Gräfenberg (mit den Kommunen Gräfenberg, Hiltpoltstein, Weißenohe) sowie
  • Konzeption und Umsetzung von Modellprojekten zur Erschließung von Bioenergiepotenzial

Maßnahmen

1. Erstellung von neuen Kulissenplänen in vier Kommunen der ILE „Wirtschaftsband A9 Fränkische Schweiz“      
Das Vorgehen erfolgt nach dem bewährten Verfahren aus der Förderphase 1.

2.  Konzeption und Umsetzung von Modellprojekten zur Erschließung von Bioenergiepotenzial
 
Information und Beratung von Landwirten zur Etablierung von nachhaltig erzeugten Energiepflanzendauerkulturen insbesondere in Wasserschutzgebieten
Das Projekt ist auf eine Verknüpfung von Zielen aus dem Boden- und Wasserschutz sowie Natur- und Landschaftsschutz mit der Substratproduktion für Bioenergieanlagen ausgerichtet. Im bisherigen Prozess wurde über Informationsveranstaltungen versucht, Landwirte für einen Anbau alternativer Energiepflanzen wie etwa von Wildkräutermischungen oder der Becherpflanze (S. perfoliatum) zu gewinnen, die Vorteile gegenüber konventioneller Substratherstellung im Ressourcenschutz aufweisen sowie Lebensraum für Flora und Fauna der Feldflur und eine Aufwertung des Landschaftsbildes bieten. Hierzu soll insbesondere in Wasserschutzgebieten und in enger Verzahnung mit dem Fachvorhaben „Energiepflanzen-Beratung und Modellanbau“ eine intensive Beratung von Landbewirtschaftern stattfinden.
 
Energetische Verwertung von Landschaftspflegematerial
Der zweite Modellprojektbereich hat die Steigerung der energetischen Verwertung von Landschaftspflegematerial zum Ziel. In der laufenden Projektphase wird die energetische Verwertung von Heckenpflegematerial in einer Kommune innerhalb des Projektgebietes durch den Austausch und die Verbesserung von kommunalen Praktiken in der Heckenpflege gefördert. Das Modellprojekt hat nun das Ziel, die energetische Verwertung von Heckenpflegematerial auf weitere Kommunen  des Wirtschaftsbandes A9/Fränkische Schweiz auszudehnen sowie die energetische Verwertung auf das krautige Landschaftspflegematerial auszuweiten. Dabei soll eine Zusammenarbeit zwischen Biogasanlagenbetreibern und Landschaftspflegeverbänden aufgebaut werden. Damit könnte eine neue Wertschöpfungskette für bislang unrentables Substrat aufgebaut und gleichzeitig der Arten- und Biotopschutz sowie die Erhaltung der Kulturlandschaft im Projektgebiet gefördert werden.

Verbesserte Nutzung der Abwärme bei Biogasanlagen
Bei der Erstellung der Kulissenpläne wird – verzahnt mit der Datenerhebung im Projekt „Effizienzsteigerung durch Mini-ORC – besonders auf Möglichkeiten zur Wärmenutzung von Biogasabwärme geachtet und entsprechende Lösungskonzepte aufgezeigt.

Die Umsetzung der Modellprojekte erfolgt über die bisherigen Kulissenplankommunen Creußen, Gößweinstein, Igensdorf, Pegnitz, Plech und Pottenstein, ggf. über die Kommunen, die in der neuen Projektförderphase Kulissenpläne aufstellen und bei Bedarf über weitere Kommunen der AG ILE A9/Fränkische Schweiz (vorbehaltlich der Zustimmung durch die jeweiligen kommunalen Gremien). Wie sich in der ersten Förderphase gezeigt hat, können im Verlauf der Kulissenplanerstellung neue Fragestellungen entstehen, die zu einer Modifikation oder Neuausrichtung bei den Modellprojekten führen können.



Ziele

  • Abbau und Vermeidung von Konflikten im Bereich Bioenergie bzgl. einer nachhaltigen Landnutzung
  • Angebot von kommunalen Planungshilfen für die zukünftige Nutzung von regenerativen Energien, v. a. im Bereich der Bioenergie
  • Erhöhung der Akzeptanz in der Bevölkerung gegenüber der Nutzung von Bioenergie im Projektgebiet.
  • Verbesserte Nutzung der Abwärme und damit Erhöhung der Wirtschaftlichkeit bei   Biogasanlagen
  • Energetische Nutzung von Landschaftspflegematerial
  • Vermehrte energetische Nutzung von nachhaltig erzeugten Energiepflanzen


Partner


  
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Kulissenpläne fertiggestellt