Kulissenplan Bioenergie – Energie | Nahrung | Natur
Die Konflikte in der Flächennutzung haben sich in den letzten Jahren deutlich verschärft. Diskutiert wird, in welchem Umfang Nahrungsmittel angebaut oder Energiepflanzen erzeugt werden sollen und welche Flächen als Vorranggebiete für Natur- und Landschaftsschutz einzustufen sind.
Übersicht über das Projektgebiet

Diese Fragen werden im Rahmen des Projektes sowohl mit Experten als auch mit Akteuren in den Gemeinden erörtert, um einen gesellschaftlichen Konsens herzustellen. Die Ergebnisse führen zu einem „ Leitbild Flächennutzung“ mit dem Ziel, für den Anbau von Energie- und Nahrungsmittelpflanzen sowie für extensiv genutzte Flächen und Biotopflächen ein kommunales Flächenmanagement aufzubauen.
Die Entwicklung dieses Kulissenplans wird durch zwei Modellprojekte begleitet.
Erwartete Wertschöpfungskette: Kulissenplan Bionergie – Energie|Nahrung|Natur

Aktueller Projektstand (10.8.2011)
Wie Konflikte zwischen der Bioenergieerzeugung, der Nahrungsmittelproduktion und dem Natur- und Umweltschutz entschärft werden können, wird derzeit in Creußen, Gößweinstein, Igensdorf, Pegnitz, Plech und Pottenstein im Rahmen des Kulissenplans Bioenergie untersucht. In einem ersten Schritt wurden die natur- und umweltschutzfachlichen Grundlagen sowie die aktuelle Situation der Bioenergieerzeugung analysiert und daraus Potenziale für die beteiligten Kommunen abgeleitet. Die Potenzialanalayse umfasste folgende Punkte:
- Es wurden die Rahmenbedingungen des Anbaus von Biomasse zur Energieproduktion aufgezeigt und untersucht, wie sich dieser mit Zielen des Umwelt- und Naturschutzes verknüpfen lässt. Betrachtet wurden der forstwirtschaftliche und der landwirtschaftliche Anbau.
- Es wurden die Reststoffe analysiert, die auf kommunaler Ebene anfallen oder gesammelt werden.
- Es wurde der Bestand an Bioenergieanlagen betrachtet und das Potenzial zur Nahwärmenutzung untersucht. Ausgehend von möglichen Wärmekunden sowie den naturschutz- und umweltschutzfachlichen Gegebenheiten wurden Standorte für neue Anlagen bewertet.
- Es wurden die Bereiche dargestellt, auf denen nach dem EEG (2009) eine Förderung für flächige Fotovoltaikanlagen möglich ist.
Die Potenziale wurden ebenso wie die natur- und umweltschutzfachlichen Grundlagen für jede Kommune in Karten im Maßstab 1:40.000 dargestellt.
Im März 2011 fanden Abstimmungsgespräche mit den Landwirtschaftsbehörden statt und im Juli 2011 wurde der Kulissenplan auch mit den Naturschutzbehörden besprochen. Im Juli/August 2011 wurden in den sechs beteiligten Projektgemeinden Runde Tische mit Vertretern aus der Land- und Forstwirtschaft, aus dem Naturschutz und aus den Kommunalverwaltungen veranstaltet. Diskutiert wurden Möglichkeiten die Potenziale vor Ort zu nutzen. Das sind beispielsweise ein Ausbau der Abwärmenutzung von bestehenden Biogasanlagen, eine Verknüpfung der Heckenpflege mit einer energetischen Nutzung oder die Förderung des Anbaus von alternativen Energiepflanzen. Im Rahmen der Umsetzung des Fachvorhabens wurden in Abstimmung mit kommunalen Akteuren zwei Modellprojekte entwickelt:
- Aufbau eines Netzes aus Versuchsflächen für den Energiepflanzenanbau in natur- und umweltschonender Art und Weise auf sensiblen Standorten: Netzwerk Alternative Energiepflanzen
- Aufbau eines Projektes „Landschaftspflege und Bioenergie“
Im Dezember 2011 wurden auf einer Pressekonferenz die fertigen Kulissenpläne veröffentlicht und informationen zum aktuellen Projektstand der Modellprojekte gegeben. Sowohl die Kulissenpläne als auch die Projektinformationen können der Pressemeldung entnommen werden.