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Einzelraumfeuerung

Einzelraumfeuerstätten werden meist als Komfort- und Zusatzheizung für einen Raum eingesetzt. Erhältlich sind verschiedenste Bauarten. Einige sollen im Folgenden kurz vorgestellt werden.

Offene Kamine:

Offene Kamine, meist an der Rückwand und den Seitenteilen ummauert besitzen im Gegensatz zu allen anderen Einzelfeuerstätten einen zum Wohnraum hin offenen Brennraum. Eine geregelte Luftzufuhr ist daher nicht möglich. Die Folge sind niedrige Verbrennungstemperaturen und ein entsprechend höherer Schadstoffausstoß. Offene Kamine geben zudem relativ wenig Wärme an die Umgebung ab (niedriger Wirkungsgrad). 

Der Nutzen als Zusatzheizung ist eher sekundär. Im Vordergrund stehen Aspekte der Wohnwertsteigerung. Nach BImSchV dürfen offene Kamine nur gelegentlich, d.h. an nicht mehr als acht Tagen pro Monat für fünf Stunden beheizt werden.


Geschlossene Kamine:

Ähnlich aufgebaut wie offene Kamine sind geschlossene Kamine durch eine Glastür oder -scheibe verschlossen. Damit lässt sich die Luftzufuhr kontrollieren, was zu einer Erhöhung der Brennraumtemperatur, des Wirkungsgrades und der Verbrennungsqualität führt.


Zimmerofen:

Anders als offene oder geschlossene Kamine stehen die meist gusseisernen Zimmeröfen frei im Wohnraum. Sie verfügen oft über drei Türen. Der Brennstoff führt durch die oberste Tür eingeführt. Auch als "Einzelofen" oder "Eiserner Ofen" bezeichnet arbeiten sie meist nach dem "Durchbrandprinzip". Dabei wird die Verbrennungsluft durch ein Rost durch die gesamte Brennstoffschichtung geführt. Die Zündung erfolgt von unten und das Glutbett entwickelt sich über dem Rost. Die durch den Rost fallende Asche sammelt sich im Aschekasten und kann über die unterste Tür abgezogen werden. Das Rost selbst kann durch eine weitere dritte Tür gereinigt werden.


Kaminofen:

Die moderne Variante des Zimmersofens ist der Kaminofen. Anstelle von drei Türen verfügt der Kaminofen über eine Tür mit Sichtscheibe, über die der Brennstoff manuell zugeführt werden kann. In integrierte Luftschlitze und Klappen kann die Zuluft geregelt werden. Kaminöfen werden in der Regel als Zeitbrandfeuerstätte genutzt, d.h. nur zur Übergangszeit oder als zusätzliche Heizung. Das Material ist nicht für den Dauerbetrieb ausgelegt. 


Dauerbrandofen:

Als Dauerbrandöfen werden Öfen bezeichnet, die bei Nennleistung mit Kaminholz befeuert ihre Glut maximal 1,5 Studen halten. Werden die Öfen mit Brennholz gefüttert und bei Teillast betrieben beträgt beträgt die maximale Dauer 10 Stunden. Die Anschaffung ist nur sinnvoll, wenn die lange Brenndauer nicht dauerhaft genutzt werden soll, da hierdurch sehr hohe Emissionswerte erreicht werden.

Speicherofen (z.B. Kachelofen): 

Das wesentliche Merkmal eines Speicherofens besteht in seiner großen Speichermasse. Er wird in der Regel nur für kurze Zeit bei Volllast betrieben. Die bei der Verbrennung entstehenden heißen Gase werden durch gemauerte Züge geleitet und erhitzen die Speichermasse aus Kacheln, Zementputz, Ton, Schamotte oder Speckstein. Die Wärme wird dann über einen langen Zeitraum gleichmäßig an die Umgebung abgegeben. Gebräuchlich sind auch die Bezeichnungen Kachelofen oder Grundofen.


Pelletofen: 

Beim Pelletofen kommen die Vorteile einer automatischen Beschickung auch bei kleineren Leistungen im Wohnraumbereich zum Tragen.  Der Brennstoff gelangt über einer Förderschnecke vom Vorratsbehälter automatisch und kontinuierlich in den Brennraum. Die Brennstoffzufuhr kann abhängig vom Leistungsbedarf geregelt werden. Der Vorrat reicht je nach Leistung für ca. 1 bis 4 Tage. Gezündet wird entweder von Hand oder mittels elektrischer Zündung. Der Pelletofen nimmt hinsichtlich der CO-Emission sowie des Wirkungsgrades eine Spitzenstellung unter den Einzelfeuerstätten ein. 


Erweiterte Einzelfeuerstätten:

Im Übergangsbereich zwischen Einzelfeuerstätten und Zentralheizungskesseln kommen einige Mischformen und Sonderbauten vor. Bei diesen Anlagen wird nur ein Teil der erzeugten Nutzwärme an den umgebenden Raum abgegeben. Über einen zusätzlich vorhandenen Wärmetauscher wird Wärme an einen Wasserheizkreislauf oder an das Brauchwasser abgegeben. Unter Umständen kann die Wärme auch über spezielle Luftschächte in benachbarte Räume geleitet werden.


WICHTIG: Seit dem 22.03.2010 unterliegen auch Einzelraumfeuerungen einer TÜV-Prüfung nach 1.BImSchV. Dabei wird der Mindestwirkungsgrad sowie die bei der Verbrennung entstehende CO- und Feinstaubbelastung überprüft.

 Bauart

 Heiz-leistung in kW

Beschi-ckung 

 Speicher-masse
Betriebs-dauer 

Einbauart 

Sonstiges

Offener
Kamin

 0-5

 manuell

 gering bis mittel
kurz-zeitig

 fest ein-gebaut

 für Dauerbetrieb ungeeignet, Wirkungsgrad gering, erhöhte CO-Emission

Geschlos-sener
Kamin

 5-15

 manuell

 gering bis mittel
 längerer
Betrieb möglich

  fest ein-gebaut

 Sichtscheibe

Zimmer-ofen

 3-10

 manuell

 gering bis mittel
  längerer
Betrieb möglich

 Fertig-produkt, versetz-bar

 

Kamin-ofen

 4-12

 manuell

 gering bis mittel
  längerer
Betrieb möglich

 Fertig-produkt, versetz-bar

 Sichtscheibe

Speicher-ofen (z.B. Kachel-ofen)

 2-15

 manuell

 hoch
 

 fest ein-gebaut

 gleichmäßige,
langandauernde
Wärmeabgabe

Pellet-ofen

 2,5-10

 automa-tisch

 gering bis mittel
 

  Fertig-produkt, versetz-bar

 hoher Wirkungsgrad (>90%), geringe CO-Emissionen, Sichtscheibe












































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