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Pufferspeicher bei Scheitholzvergasern

Ein Pufferspeicher ist ein vollisolierter Wasserbehälter, der die überschüssige von der Wohnung momentan nicht benötigte Heizkesselenergie aufnehmen kann. Er dient zur Wohnraumheizung nach Ausbrand des Wärmeerzeugers.

Generell sind Pufferspeicher für den technischen Betrieb einer Holzheizung nicht in jedem Fall zwingend erforderlich, sie werden aber dringend empfohlen, um den Wirkungsgrad der Holzheizung zu erhöhen. Auch bei optimal ausgelegten Holzheizungen entstehen zu weilen Wärmeüberkapazitäten, die durch den Einsatz eines Pufferspeichers nicht verloren gehen, sondern durch ein Speichermedium (meist Wasser) gespeichert werden. Besonders wichtig ist der Einsatz eines Pufferspeichers im Falle einer ungeregelten Verbrennung, da die Holzheizung fast ausschließlich auf Hochtouren läuft. Ist die Heizung mit einem Leistungsregeler ausgestattet, ist ein Pufferspeicher etwas weniger wichtig, da die Heizleistung dem Wärmeverbrauch besser angepasst werden kann.

Bei Scheitholzvergasern ist ein Pufferspeicher eine notwendige Grundausstattung und mittlerweile verbindlich vorgeschrieben! 

In § 5 Absatz 4 der 1. BImSchV ist geregelt, dass handbeschickte Anlagen einen Pufferspeicher von mind. 55 Litern pro kW Nennleistung. Das Puffervolumen muss außerdem min. 12 Liter pro Liter Brennstofffüllraum betragen. Ausnahmen sind Feuerungsanlagen, die bestimmungsgemäß ausschließlich bei Volllast betrieben werden oder Anlagen die bei Volllast betrieben werden aber nur zur Abdeckung der Grund- und Mittellast eingesetzt werden und mit einem zusätzlichen Kessel für die Spitzenlast ausgestattet sind. Eine weitere Ausnahme gilt für automatisch beschickte Feuerungsanlagen, die die BImSchV-Werte bei kleinster einstellbarer Leistung erfüllen. In diesem Fall wird ein Puffervolumen von mind. 20 Litern pro kW Nennleistung gefordert.

Zum Gesetzestext

Wärmespeichers für Scheitholzkessel
Informationen und Grunddaten zur Auslegung eines Wärmespeichers für Scheitholzkessel liefert ein Datenblatt des Technologie- und Förderzentrum (Stand 2007) weiter>

Varianten eines Pufferspeichers
Zum einen gibt es die herkömmlichen Pufferspeicher, in denen die überschüssige Wärme meist in Form von erhitztem Wasser gespeichert und zu einem späteren Zeitpunkt an das Heizungssystem abgegeben wird.

Zum anderen gibt es auch sogenannte Kombispeicher, die einen separaten Trinkwasserkreislauf im Heizwasserpufferspeicher führen. Hierdurch kann das Trinkwasser gleichzeitig mit dem Heizwasser erwärmt werden. Nachteil bei diesem Speicher ist, dass sich im „stehenden Trinkwasser“ Bakterien und Legionellen bilden können. Abhilfe schaffen in diesem Fall Frischwasser-Pufferspeicher, die wie Durchlauferhitzer arbeiten. Erst bei Bedarf wird das Wasser in diesem Fall erhitzt, wodurch keine Gefahr durch Bakterien und Legionellen besteht.

Eine dritte Variante sind Schichtenspeicher. Bei diesem Pufferspeicher wird besonderen Wert auf die Schichtung des Wassers im Speicher, wodurch er effizienter und arbeiten kann und bei gleichem Wasserverbrauch ein kleinerer Speicher erforderlich ist. Dies birgt eine besondere Platzersparnis beim Einsatz eines solchen Speichersystems das Warmwasser wird auch in diesem Fall wie bei einem Durchlauferhitzer erwärmt.

Vorteile der Pufferspeicher

  • Kessel kann zu 100% im emissionsoptimalen Vollastbetrieb arbeiten
  • Reduktion der Heizintervalle
  • ganzjährig guter KEsselwirkungsgrad
  • einmaliges Anheizen deckt bei voll befülltem Kessel in der Übergangszeit den Wärmebedarf für mehrere Tage bzw. sorgt im Winterhalbjahr für ein frostfreies Haus auch bei 2-3tägiger Abwesenheit

(Quelle: Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V.: Marktübersicht Scheitholzvergaserkessel Scheitholz-Pellet-Kombinationskessel)

 


 

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