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Der Mann mit dem Wattmeter: Norbert Küdde aus Bayreuth

 

Mit seinem Wattmeter ist der 75-Jährige Rentner Norbert Küdde jedem Gerät in seinem Haushalt auf der Spur, um den Stromverbrauch im ausgeschalteten Zustand zu messen. Ob Fernseher, Backofen, Waschmaschine, Telefon oder Computer, kein Gerät wird verschont, und viele enttäuschen. Die modernen Elektrogeräte verbrauchen durch versteckte Lämpchen oder Trafos viel Strom für nichts.
„Meine Waschmaschine braucht im Jahr 14 Euro Strom – Ohne überhaupt zu laufen!“ entrüstet er sich.

Seit etwa acht Jahren befasst sich Norbert Küdde mit den Stromfressern, und ist immer wieder erstaunt, wo diese sich verstecken. Deshalb gibt es in seinem Haus mehr als 20 abschaltbare Stecker und Steckdosenleisten. Damit sparen die Küddes rund 120 Euro Stromkosten pro Jahr. Herr Küdde ist überzeugt, dass das auch in anderen Haushalten möglich ist.
Es geht ihm jedoch nicht nur um das Geldsparen. Klimaschutz ist ihm ebenso wichtig, deshalb soll der Ausstoß von Kohlendioxid verringert werden. Um unnötigen Energieverbrauch und Umweltverschmutzung zu vermeiden wünscht sich der rüstige Rentner, dass Regierung, Energieversorger und Hersteller von Elektrogeräten an einem Strang ziehen. Ein großes Problem sieht er außerdem in der Verbraucherinformation. Diese sollten ausreichend informiert werden: über Stand-by-verbrauch der Geräte, Energiesparen und Energieherkunft.
Im Bereich seiner Möglichkeiten setzt sich Herr Küdde für diese Forderungen ein. Nicht immer mit Erfolg. Der Hersteller seiner Kaffeemaschine versprach dem Schein-aus der Maschine nachzugehen, wohingegen der Hersteller der Waschmaschine einen ungebührlichen Stromverbrauch schlichtweg abstritt.

Der Klimawandel und die Energiewende gehen uns alle an und jeder kann im Kleinen anfangen seinen Beitrag zu leisten. Norbert Küdde erhofft sich, dass viele seinem Beispiel folgen. Sorge macht ihm, dass der Stand-by-verbrauch der Geräte so vermeintlich klein erscheint. „Ein paar Cent hier, ein paar Euro da, das fällt kaum auf, darüber macht sich kaum einer Gedanken.“ Doch seine Stromrechnung beweist, dass in der Summe pro Jahr viel Geld gespart werden kann.
Die Küddes sparen ca. 120 Euro Stromkosten im Jahr Das sind immerhin 480 kWh (bei 25 ct pro kWh) und 271 kg eingespartes CO2 (im deutschen Strommix 2009). Insgesamt können damit etwa 10 % der Stromkosten eines Haushalts eingespart werden. Und damit auch 10 % des schädlichen CO2-ausstoßes.
Über den Daumen könnten bei über 40 Millionen Haushalten in Deutschland 4,8 Milliarden Euro gespart werden. Das entspricht einer Stromeinsparung von mehr als 19 Mrd. kWh pro Jahr. Zum Vergleich: das größte deutsche Kernkraftwerk Grundremmingen speist im Jahr durchschnittlich 21 Mrd. kWh Strom ins Netz ein!

Seinen Kampf gegen die verlorenen Kilowatt hat der tüchtige Bastler noch nicht beendet. Fleißig werkelt er in seiner guten Stube, immer auf der Suche nach Innovationen die die Welt verändern: im Internet, in diversen Zeitschriften und in der eigenen Werkstatt.
Und die systematische Umrüstung auf LED-Lampen ist nur ein weiterer kleiner Schritt gegen unnötigen Stromverbrauch vorzugehen. So sorgt er dafür, dass der Strom im Kraftwerk und das Geld in der Haushaltskasse der Küddes bleiben kann.


Norbert Küdde mit dem Wattmeter in seiner Werkstatt.