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Die Luftsportgemeinschaft Bayreuth e.V.
...hebt ab und setzt sich für den Klimaschutz ein.


Mit der Eingabe Ihrer Projekte gewinnt sie damit beim Wettbwerb „Klimaschutz im Sportverein“

Wenn man von Luftsport hört, denkt man nicht zwangsläufig an Klimaschutz. Doch auch hier gibt es zahlreiche Möglichkeiten, einen Beitrag für das Klima zu leisten. Natürlich ist dabei Kreativität gefragt, um etwa finanziellen Engpässen zu begegnen, wie die Luftsportgemeinschaft Bayreuth (LSG) in einem ihrer jüngsten Projekte beweist. Die LSG holte sich mit mehreren vorbildlichen Umweltprojekten beim Wettbewerb „Klimaschutz im Sportverein“ des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) als einziger bayerischer Sportverein eine Prämierung ab. Sie belegte den dritten Platz, welcher mit 1.000,- EUR dotiert war. Dabei hebt sich die LSG von den klassischen Breitensportarten ab und sticht daher als Preisträger besonders hervor. Vor allem der Abtausch eines Motorflugzeugs gegen ein kleineres, sparsameres Modell und der Bau einer Photovoltaikanlage zur Finanzierung der Hallensanierung fanden positive Resonanz beim Preiskomitee.

Zur Teilnahme an diesem Wettbewerb ermuntert wurde der Verein durch die Klimaregio Bayreuth, die alle Sportvereine aus Stadt und Landkreis angeschrieben und zu einer Teilnahme aufgefordert hat. Da die LSG im Kreis der zwölf Preisträger im Wettbewerb den einzigen Luftsportverein stellt, verdient ihr Engagement besondere Beachtung. Sogar der Präsident des Deutschen Aero-Clubs Klaus Koplin ließ es sich nicht nehmen, zur Preisverleihung zu kommen, um zu gratulieren. Bauleiter Lotar Wagner und Pressesprecher Daniel Große Verspohl, der Verfasser des Wettbewerbsbeitrags, nahmen den Preis aus den Händen von Bundesumweltminister Norbert Röttgen und DOSB-Präsident Thomas Bach entgegen.

KR - KLimaschutz im Sportverein 2010
Foto: DOSB/Eberhard Thonfeld

Mit folgenden Projekten leistet die LSG einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz:
- Anfang 2008 wurde ein älteres, viersitziges Motorflugzeug vom Typ Piper Archer II, das noch verbleites Flugbenzin benötigte, gegen einen Zweisitzer vom Typ Katana ausgetauscht, der nur noch 9 Liter Super auf 100 km benötigt – bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 200 km/h schafft das kein Auto.

- Für besonders innovativ hielten die Juroren die Methode zur Finanzierung der Hallensanierung: Da die nötigen Umbauten an den Flugzeughallen 2 und 3 mit den finanziellen Mitteln des Vereins nicht ohne weiteres zu stemmen waren, entschied die Vereinsführung die Maßnahme mit dem Bau einer Solaranlage auf die Hallendächer zu kombinieren. Dank der fast 100 kW Spitzenleistung wird mit der Einspeisevergütung für den grünen Strom nun auch der Kredit für den Austausch von Dach und Seitenwänden der Hallen 2 und 3 zurückbezahlt.

KR - Franken für den Klimaschutz
Foto: LSG

- Ebenfalls auf positive Resonanz stießen die energetischen Sanierungsarbeiten am Clubheim-Gebäude, für die insbesondere Lotar Wagner verantwortlich zeichnet. Hier wird das überdurchschnittliche Engagement der Vereinsmitglieder besonders deutlich, da die notwendigen Sanierungsmaßnahmen fast ausschließlich in ehrenamtlicher Arbeit ausgeführt wurden. Für die immer noch fällige Wärmedämmung der Außenfassade ist auch das Preisgeld von 1000 Euro eingeplant.

- Als weiteres ist die Übernahme des neuen Pachtvertrags von der Stadt Bayreuth zu nennen: Die Grünflächen des Flugplatzes werden nur gemäht, wenn es nötig ist. Nicht für den Flugbetrieb benötigte Flächen werden überhaupt nicht mehr gemäht. So entstand ein 1000 x 100 m großes Biotop mitten auf dem Flugplatzgelände, das eine erstaunliche Anzahl an Tier- und Pflanzenarten beherbergt.

Das Engagement der LSG verdeutlicht, dass auf verschiedenen Ebenen, zahlreiche Möglichkeiten bestehen, einen Beitrag für die Umwelt zu leisten, wenngleich es einer gewissen Portion Engagement bedarf. Doch konnte durch die tatkräftige Unterstützung der LSG-Mitglieder und dem richtigen Gespür einiges bewegt werden. Der ohnehin schon vergleichsweise klimafreundliche Segelflugsport – welches Fortbewegungsmittel benötigt für den Start gerade mal ein halbes Kilogramm Erdgas, um anschließend eine Strecke von bis zu 800 km zurückzulegen? – kann mit verschiedenen Maßnahmen an anderer Stelle seinen Beitrag für das Klima leisten.

Weitere Informationen unter: www.lsg-bayreuth.de