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INKAS+ – Eine Initiative für den Klimaschutz

Dass auch große Klimaschutzprojekte im Kleinen beginnen, sieht man an der Entwicklung der Speichersdorfer Interessensgemeinschaft INKAS+. Der Anstoß zu dieser Initiative kam von Norbert Pietsch, Kreisrat der GRÜNEN im Landkreis Bayreuth, und Hans Löwel. Die beiden Nachbarn begannen sich über die Möglichkeiten einer Nahwärmeversorgung in ihrem direkten Umfeld zu informieren. Schnell wurden weitere Mitstreiter gefunden, sodass sich im Frühjahr INKAS+ gründete. Elmar Neumann, Reinhart Stangl, sowie die beiden Gemeinderäte Rudi Kirchberger und Christian Porsch bildeten von nun an den Kopf einer 30 Mitglieder umfassenden Interessensgemeinschaft, zu der sich zudem Jochen Reger gesellte.

Initiatoren von INKAS+
v.l.n.r.: Hans Löwel, Elmar Neumann, Jochen Reger, Christian Porsch, Rudi Kirchberger, Norbert Pietsch, Reinhart Stangl

INKAS+ setzte von Beginn an auf die Versorgung von Teilbereichen der Gemeinde Speichersdorf mit Wärmeenergie mittels eines Nahwärmenetzes. Zur Energiegewinnung sollen ausschließlich regenerative Energieträger wie Sonne, Hackschnitzel oder Biomasse herangezogen werden. Eine Schlüsselposition in diesem Energiemix nimmt nach wie vor die Sonne ein, die - durch Einbindung eines Solarparks mit Langzeitspeicherung - zu einem größtmöglichen Anteil in das Energiekonzept einfließen soll. Allein die Dimensionen des Projektes änderten sich im Laufe der Zeit. Angefangen von der Idee in der Nachbarschaft, über die Versorgung des Ortsteiles Altspeichersdorf, bis hin zum jetzt angestrebten ersten Bauabschnitt, der immerhin über 150 Wohngebäude, sowie kommunale Einrichtungen (Rathaus, Schule, Dreifachturnhalle, Kindergarten, Feuerwehrhaus, Bauhof, …) und die evangelische Kirche umfasst.

Bereits seit der Gründung der Initiative im Frühjahr 2008 wurden Kontakte geknüpft, Informationen eingeholt, eine ganze Reihe von Informationsfahrten und -veranstaltungen organisiert und eine Internetplattform aufgebaut. Dies alles geschieht von der siebenköpfigen Führungsmannschaft ehrenamtlich in ihrer Freizeit. Im Sommer 2009 wurde INKAS+ dafür mit dem Umweltpreis der Sparkasse Oberpfalz Nord ausgezeichnet. Um die Arbeit zur Realisierung des Projektes zu professionalisieren wurde zudem im Sommer 2009 eine Gesellschaft des bürgerlichen Rechts gegründet, die seitdem von der Bioenergieregion Bayreuth unterstützt wird.

Im November 2009 konnten die beiden renommierten Büros ZAE Bayern e.V. und ZREU Regensburg für die Ausarbeitung einer Machbarkeitsstudie gewonnen werden. Die Studie, die von der Gemeinde Speichersdorf nach einer Ausschreibung offiziell in Auftrag gegeben wurde und vom Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie bezuschusst wird, stützt sich dabei auf Daten, die INKAS+ Anfang 2009 von den betreffenden Hauseigentümern erhoben hat. Sie wird den ökologisch und wirtschaftlich sinnvollsten Energiemix, sowie einen Anschlusspreis für die Wärmekunden errechnen. Sollten sich alle interessierten Kunden an dem Projekt beteiligen, könnten in dem ersten Bauabschnitt jährlich rund 260.000 Liter Öl und 500.000 m³ Gas eingespart werden. Danach soll der zweite Bauabschnitt folgen.

www.inkasplus.de