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Max Fuchs – Initiator des Nahwärmenetzes in Benk

Es fing alles ganz klein an: Max Fuchs baute sein Eigenheim in den Jahren 1998/99 im Bindlacher Ortsteil Benk. In Ermangelung eines öffentlichen Anschlusses an die Kläranlage musste er selbst eine biologische Nachreinigungsanlage für sein Abwasser errichten. Im Zuge des Baus wurde gleich eine eigene Wasserzisterne für die Toilettenspülung und zum Gartengießen aufgestellt.

KR Franken für den Klimaschutz

Nach Abschluss dieses Projekts hatte Max Fuchs offensichtlich Gefallen gefunden am selbstständigen Lösen von Problemen. Inzwischen war in unmittelbarer Nähe eine Biogasanlage ans Netz gegangen, die Strom ins Netz einspeiste. Die entstehende Abwärme wurde aber zu großen Teilen vergeudet. So kam es, dass er im Jahr 2007 gemeinsam mit seinem Bruder eine 600m lange Wärmeleitung plante, welche die beiden Häuser mit Wärme versorgen sollte. Der Bau der Leitung wurde selbst finanziert, dafür konnte kostenlos die Wärme genutzt werden. Baubeginn war im November 2007, ab dem Frühjahr 2008 lief die Anlage problemlos. Fuchs betont: „Seit der Inbetriebnahme 2008 lief meine Ölheizung insgesamt nur sechs Stunden!“

Seit November 2009 hat er außerdem eine Photovoltaik-Anlage auf dem eigenen Dach mit 10,7 kW Leistung installiert. Diese läuft seitdem störungsfrei, bis heute hat er 4.500 kW eingespeist.

Seine guten Erfahrungen mit den erneuerbaren Energien wollte er mit anderen Interessierten teilen. So fragte er schließlich seine Nachbarn, ob sie ebenfalls den Wunsch hätten, sich am Nahwärme-“netz“, das bisher noch keines war, anzuschließen. Mit diesem Vorschlag stieß er auf enormen Zuspruch.

Die Benker ließen eine Machbarkeitsstudie erstellen und gründeten im September 2008 eine Genossenschaft. Es wurde ein Planungsbüro beauftragt, Aufträge vergeben und die Finanzierung, unter anderem durch die aktive Akquise von Fördermöglichkeiten, gesichert.

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Nachdem im Sommer 2009 der Startschuss für die baulichen Maßnahmen fiel, konnte Landrat Hermann Hübner das Nahwärmenetz im Februar 2010 nach rekordverdächtig kurzer Planungs- und Bauzeit feierlich in Betrieb nehmen.

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Es werden nun 24 Gebäude, beziehungsweise 40 Familien, mit der klimafreundlichen Wärme aus der Biogasanlage versorgt. Diese wird kostenlos zur Verfügung gestellt, um eine höhere Einspeisevergütung für den Strom zu erhalten. Durch die Anlage bleiben unserer Atmosphäre somit jährlich 300 Tonnen CO2 erspart, 100000 Liter Heizöl weniger müssen importiert werden. Trotz eines langen Winters gab es bisher keine Probleme mit der Anlage. Die vorhandenen Ölheizungen für den Notfall mussten nie in Betrieb genommen werden.

Mit überschüssiger Wärme aus der Biogasanlage wird zudem eine Trocknungsanlage für Hackschnitzel betrieben. Neben den Beiträgen der Mitglieder refinanzieren sich so die Investitionen der Genossenschaft in das Nahwärmenetz.

Das Beispiel zeigt, wie viel auch eine kleine Gemeinde erreichen kann, wenn sie über findige und engagierte Bürger verfügt: Max Fuchs investierte viel Zeit, Nerven und Risiko in das Vorhaben. Wenn solche Bürger dann auf eine starke Gemeinschaft treffen kann Großes vollbracht werden: Eine klimafreundliche Energieversorgung des Ortes, verbunden mit einer enormen regionalen Wertschöpfung. Durch das genossenschaftliche Modell sind die Bürger an Gewinnen beteiligt, es fließt praktisch kein Kapital aus der Region ab. Energie aus Benk für Benk.