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Technisches Ämtergebäude Bayreuth

Im Technischen Ämtergebäude Bayreuth, aus dem Jahre 1974, ist auf Grund des Alters des Gebäudes, der festgestellten PCB-Belastung sowie der teilweise erheblichen Mängel bezüglich Brand- und Wärmeschutz der Sanierungsbedarf gegeben. Im Sinne einer ganzheitlichen energetischen Sanierung soll eine deutliche Reduzierung des Energieverbrauchs und der CO2-Emissionen auf Passivhausstandard erreicht werden. Ziel der Generalsanierung ist ein Ergebnis, das in gestalterischer, energetischer und wirtschaftlicher Hinsicht überzeugt. Dabei kommen 30 Erdsonden in ca. 100m für die Wärme- und Kälteversorgung des Gebäudes zum Einsatz. Der Erdsondenspeicher wird im Heizbetrieb entladen und im Kühlbetrieb wieder regeneriert. 

Bild: Ämtergebäude während der Sanierungsphase

Das Planungskonzept sieht für die thermische Hülle den Austausch sämtlicher transparenter Fassadenbauteile wie Fenster, Türen etc., für den sommerlichen Wärmeschutz die Verringerung des Glasflächenanteils von derzeit 42 auf 30% sowie wärmedämmtechnische Verbesserungsmaßnahmen der Dachflächen, nicht transparenter Fassadenteile und derzeit ungedämmter Außenbauteile vor. Dies betrifft auch Bauteile zwischen unterschiedlich temperierten Innenraumzonen. 

Dach, Fassade und Untergeschosse werden hoch gedämmt. Fensterflächen mit entsprechender Qualität in Bezug auf Verglasung, Glasrandverbund und Rahmen vorgesehen und Wärmebrücken vermieden. 

Bild: Animation des Ämtergebäudes nach der Sanierung


Aufgrund der Lage des Gebäudes an einer stark befahrenen Straße entschied man sich für die Installation einer mechanischen Lüftungsanlage, die mit einer hoch effizienten Wärmerückgewinnung die Lüftungswärmeverluste minimiert.

Zur Reduktion des sommerlichen Wärmeeintrags ist eine automatisierte außen liegende Verschattungseinrichtung auf den Süd-, Ost- und Westseiten mit zusätzlicher Tageslichtlenkung vorgesehen. Ein innen liegender Blendschutz gewährleistet ein bildschirmverträgliches Arbeitsumfeld. Heizung und Kühlung erfolgen über abgehängte Deckensegel. Die Fassaden und Fenster werden in einer Holz-Alu-Konstruktion errichtet. Als Fassadenbekleidung ist der Baustoff Glasfaserbeton vorgesehen, der durch seine Materialeigenschaft, Optik und Möglichkeit der Realisierung von Formstücken die Charakteristik der bestehenden Gebäudeform und –materialität weiterführt. 

Für die erdgeschossigen Flachdachflächen ist eine extensive Dachbegrünung mit Bewässerungsanlage geplant, die auch im Hochsommer den Anforderungen an Klimaregulierung (Verdunstungskälte) gerecht wird. Aufgehende Bauteile werden entsprechend der bestehenden Gebäudeteile mit bekiesten Flachdächern versehen.